Seid freundlich in Fotogruppen

Love und Peace in FotogruppenLove und Peace in Fotogruppen

Lasst das Alphatier-Gehabe in Fotogruppen. Diese unsägliche Besserwisserei. Dieses andere Schlecht machen. Wir sollten doch zusammen das stärken, was uns umtreibt: Den Spaß am Fotografieren. Ein Appell an die Freundlichkeit.

Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Also manchmal juckt es mir schon in den Fingern, so wirklich schlechte Fotos in Fotogruppen mal ungefiltert zu kommentieren. Ich meine diese Art schlechte Fotos, von denen der Fotograf überzeugt ist, ein wirkliches Meisterwerk abgeliefert zu haben. Denn diese regen mich am meisten auf. Fast hätte ich vor kurzem ein Bild wie folgt kommentiert, es dann aber doch bleiben lassen:

„Dieses Bild ist einfach nur schlecht: Mieser Bildschnitt, mieses – wirklich ausgesprochen mieses Licht, schlechte Pose, schlecht gekleidet. Schade um das schöne Model. Und die schöne Location. Man, der war auf Mallorca und bringt solche Bilder heim. Ist irgendwie so wie ein gutes Steak in Wasser grau zu kochen… Perlen vor die Säue“

Ich habe diesen Kommentar nicht abgeschickt. Das Bild zeigte eine unpassend gekleidete Dame in wirklich schlechtem Licht in einer Unterführung. Bildschnitt sauschlecht. Es macht mich schon fast wütend: Der Fotograf scheint sich für einen ausgesprochen coolen Fashion- und Livestyle-Fotografen zu halten. Warum also kommentiere ich diesen Beitrag nicht? – Es bringt nichts, außer böses Blut. Negative Energie. Die brauche ich nicht noch künstlich zu erzeugen, die gibt es bereits im Überfluss. Trump, AfD, DSGVO….

Ich habe mir also einmal vorgenommen, nur noch die guten Fotos oder jene, die Potential haben, positiv zu kommentieren und die ganzen – viel zu vielen – schlechten und belanglosen Fotos zu ignorieren. Aber das fällt gar nicht so leicht, wenn aus diesen Beiträgen nicht die möchtegern-Professionalität und Arroganz so mancher Fotografen triefen würde. Dabei ertappe ich auch hin und wieder meine eigene Arroganz, es meinen besser zu wissen als die anderen.

Besserwisser unter sich

Denn mitunter kommen sich auch wir „Besserwisser“ ins Gehege, wie mir vor Jahren wiederfahren ist: Einst kommentierte ein beflissener Fotograf meinen Kommentar zu einem wirklich schönen Foto (nicht seins), der nach drei Youtube-Videos von Calvin Hollywood zum Fotofachmann mutierte. Er meinte, ich sein doch augenscheinlich ein wirklich schlechter Fotograf und solle erst einmal selber bessere Bilder machen, bevor ich die Bilder anderer kommentiere.

Ein weiteres Beispiel: Ein Fotograf hat seine Freundin in einem Park fotografiert – bei Sonnenschein. Das umgebende Blattwerk hat grüne Streiflichter auf das Gesicht geworfen. Seine Frage, wie er diese grünen Streiflichter denn mit Photoshop beseitigen könne ohne die Umgebung zu beeinflussen, wurden von den meisten entweder falsch beantwortet oder mit guten Ratschlägen, wie er es beim nächsten Mal besser machen könne. Dabei ist die Lösung so einfach: Einstellungsebene Farbton/Sättigung > Grüne Bereiche auswählen und korrigieren, mit einer Maske nur das Gesicht auswählen. Doch darum ging es vielen Kommentatoren gar nicht.

Seid freundlich

Es geht doch auch anders. Seid freundlich. Helft einander. Stärkt und ermutigt diejenigen, die noch nicht so weit sind wie ihr und lasst Euch von guten Fotografen inspirieren anstatt immer das Haar in der Suppe zu suchen. Ich werde zumindest werde es mir bei jedem Kommentar in einer Fotogruppe vornehmen.

Kategorie Fotografie, Tipp

Die Fotografie ist schon seit über 20 Jahren meine Leidenschaft, der ich mich auch beruflich als Journalist und Fotograf widmen kann. Obwohl ich ein Technik-Geek bin, interessiert mich beim Fotografieren vor allem das Nicht-technische. Denn das Spannende ist, wie man mit Fotos Geschichten erzählen kann.