10 Zitate berühmter Fotografen beeinflussen auch Deine Bilder

Robert CapaRobert Capa

Bei den Zitaten berühmter Fotografen erahnt man, wie die bekanntesten und erfolgreichsten Fotografen so ticken. Denn nichts anderes als das Grundverständnis des eigenen fotografischen Schaffens  steckt in den Zitaten.


Die Technik muss man in der  Fotografie selbstverständlich beherrschen. Und einige der hier zitierten Fotografen haben selber technische Verfahren entwickelt,  um Ergebnisse zu erhalten, die ihren Vorstellungen nahe kommen. Doch das eigentlich Spannende ist etwas anders. Welche Philosophie verbinden die berühmtesten Fotografen mit ihrem Schaffen? Welche Dinge sind ihnen wichtig? Die hier ausgesuchten zehn Zitate geben eine Ahnung davon.

Andreas Feininger

Die Tatsache, dass eine technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.

Andreas Feininger (1906 – 1999), Sohn des Malers Lyonel Feininger, war ein Fotograf und Architekt, der vor allem mit seinen Architekturfotos bekannt geworden ist. Er verwenete Fachkameras mit zum Teil selber gebauten Teleobjektiven.

Helmut Newton

Es gibt Bilder, die misslingen. Aber ich mache Fotos nicht, um sie in die Schublade zu tun. Sie sollen gesehen werden. Ob man sie liebt oder nicht, ist mir vollkommen egal.

Helmut Newton (1920 – 2004), geboren als Helmut Neustädter, war einer der prägendsten Fotografen. In Australien hat sich der Jüdisch-stämmige Newton nach der Flucht aus Nazi-Deutschland als Fotograf niedergelassen. Dort arbeitete er überwiegend für die australische Voge, bis später weitere Modezeitschriften folgten. In den 1970er-Jahren war Newton einer der teuersten  Mode-Werbe-Porträt– und Aktfotografen der Welt.

Anselm Easton Adams

Es ist einfach, eine Fotografie zu erstellen. Aber ein Meisterwerk zu erschaffen ist mit der Fotografie schwerer als mit andernen Kunst-Formen.

Anselm Easton Adams (1902 -1984) war US-amerikanischer Fotograf, Autor  und Lehrer der Fotografie. Bekannt wurde er durch seine Landschaftsaufnahmen. Zudem hat er das Zonen-System entwickelt, ein technisches Verfahren zur Entwicklung von Schwarzweiß-Fotografien.

 Henri Cartier-Bresson

Fotografieren heißt den Atem anzuhalten, wenn sich im Augenblick der flüchtigen Wirkung all unsere Fähigkeiten vereinigen. Kopf, Auge und Herz müssen dabei auf einer Linie gebracht werden. Fotografieren, das ist eine Art zu schreien, nicht aber, seine Originalität unter Beweis zu stellen. Es ist eine Art zu leben.

Henri Cartier-Bresson (1908 – 2004) war Mitbegründer der Foto-Agentur Magnum. Der Reportage-Fotograf arbeitete mit einer Kleinbild-Kamera von Leica und legte sehr viel Wert auf eine möglichst perfekte Bildkomposition. Die Nacharbeit seiner Fotos in der Dunkelkammer hat er allerdings seinen Leuten von Magnum überlassen.<

 Man Ray

Ich verabscheue diejenigen, die die technische Fertigkeit in meinem Werk bewundern. Eine gewisse Verachtung für das Material, das verwendet wurde, um eine Idee auszudrücken, ist für die reinste Verwirklichung der Idee unerlässlich.

Man Ray, eigentlich Emmanuel Rudnitzky (1890 – 1976) war US-amerikanischer Fotograf, Regisseur und Künstler. Prägend war er unter anderem  für den Dadaismus und Surrealismus Anfang des 20sten Jahrhunderts. Berühmt sind seine Portrait-Fotos von Künstlern aus Paris der 1920er-Jahre.

 Annie Leibovitz

Auf meinen Bildern lächelt kaum jemand. Ich bitte nie jemanden zu lächeln. Fast nie. Vielleicht habe ich manchmal das Gefühl, jemanden darum bitten zu müssen, wenn er oder sie zu Tode betrübt aussieht, aber dann entschuldige ich mich immer. Fast kann man den Seufzer der Erleichterung hören, wenn man dem Portraitierten sagt, er brauche nicht zu lächeln.

Annie Leibovitz (1949) die US-Amerikanerin zählt zu den bekanntesten Fotografen der Gegenwart. Bekannt ist sie für ihre aufwändigen Portraits von US-Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, beispielweise des nackten John Lennon in Umarmung mit Yoko Ono oder die damals hochschwangere Demi Moore. Im Jahr 2009 entging sie knapp einer Pleite, nachdem Sie von der Firma Art Capital Group auf Vertragsbruch verklagt wurde.

 Andreas Gursky

Was mich schlussendlich interessiert, ist nicht, Wirklichkeit zu erfinden, sondern die Wirklichkeit an sich. Sie hervorzuheben, zu akzentuieren erscheint mir dabei legitim. Ich versuche dabei, kein Bild so aussehen zu lassen, als sei es bearbeitet worden (…) und doch war nichts so, wie es hier erscheint. Diese Bilder sind vollkommen künstlich.

Andreas Gursky (1955) der Düsseldorfer ist einer der weltweit erfolgreichsten Kunstfotografen. Sein Werk «Rhein II» brachte bei einer Auktion knapp 3,2 Millionen Euro und ist somit die bislang teuerste Fotografie der Welt. Bekannt ist er durch seine extrem großformatigen Bilder und den Punk-Fans durch sein Cover-Bild für das Tote-Hosen-Album «Reich & Sexy II»

 Robert Doisneau

Ich mag Menschen für ihre Schwächen und Fehler. Ich komme mit einfachen Menschen gut zurecht. Wir reden. Wir fangen mit dem Wetter an und Stück für Stück wechseln wir zu den wichtigen Dingen. Wenn ich sie fotografiere, ist es nicht, als würde ich sie wie ein kalter Wissenschaftler mit der Lupe untersuchen. Es ist sehr brüderlich. Und es ist doch wirklich besser, Licht auf die Personen zu werfen, die ansonsten nicht im Rampenlicht stehen.

Robert Doisneau (1912 – 1994) war ein französischer Reportage-Fotograf, heute würde man ihn als Street-Fotograf bezeichnen. Er schoss dabei insgesamt rund 350.000 Bilder. Sein berühmtestes ist ein küssendes Pärchen vor dem Pariser Rathaus aus dem Jahr 1950. Ferner portraitierte er Persönichkeiten wie  Pablo Picasso oder  Orson Welles.

Robert Capa

Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.

Robert Capa (1913 -1954) Endre Ernő Friedmann, so Capas eigentlicher Name, wurde vor allem als Kriegsreporter bekannt. Sein Zitat kostete ihm wohl auch das Leben: Er starb bei einer Reportage des Indochina-Kriegs, als er auf eine Landmine trat. Er war Mitbegründer der Fotoagentur Magnum. Sein wohl bekanntestes Bild ist das eines tödlich getroffenen  fallenden republikanischen Soldaten aus dem Jahr 1936.

 William Eggleston

 Ich bin gern unter Menschen, wenn ich fotografiere. Am liebsten ist es mir, wenn sie etwas zu tun haben, das nichts mit mir zu tun hat. Und ich bin ein Gast, der still vor sich hin arbeitet.

William Eggleston (1939) ist ein auf Baumwollfeldern aufgewachsener US-amerikanischer Fotograf, der als Wegbereiter der künstlerischen Werbefotografie gilt. Seine Handschrift sind unaufgeregte, schlichte Motive, die an den Maler Edward Hopper erinnern. Die Ausstellung Photographs by William Eggleston von 1976 war der Grundstein seines Ruhms.