Martin Parr blickt mit „The Last Resort“ in die britische Seele

Martin Parr(c) Martin Parr

Martin Parr dokumentiert mit seiner in den 1980ern entstandenen Bildserie „The Last Resort“ liebevoll ehrlich die Sommerfrische am Arbeiter-Küstenort New Brighton in Merseyside. Diese Fotoserie machte ihn einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

In einem spannenden Mix aus Unvoreingenommenheit und Voyeurismus beobachtete Parr die langsam verfallende und zerfallende Stadt New Brighton bei Liverpool sowie die Urlauber, die die Stadt frequentierten. Um seine Perspektive darzustellen, entschied er sich, seine Bilder in Farbe aufzunehmen. Zu dieser Zeit war das etwas anderes, unerwartetes und einzigartiges.

Seit der Veröffentlichung von „Last Resort“ im Jahr 1986 hat sich Parr zu einer der einflussreichsten und wichtigsten Chronisten der britischen Fotografie entwickelt. Seit 1994 ist er Mitglied bei der Agentur Magnum Photos. Die Serie „The Last Resort“ wurde sehr erfolgreich. Das Buch brachte ihn viel Lob, aber auch Anfeindungen. Manche sahen in Parrs Bilder eine bittere Satire auf Großbritannien während der Thatcher-Ära. Einigen Kritikern schienen seine Fotografien grausam und kalt. Sie zeigen die Arbeiterklasse, die verzweifelt versuchten, ihr Urlaubsglück zu finden, umgeben in einer durch Konsumsucht selbstverursachten Umweltverschmutzung eines maroden Strandbades.

Martin Parr

Martin Parr The Last Resort ©Martin Parr

Martin Parr, seit 1994 Vollmitglied der Magnum Photographic Corporation, ist ein Chronist unserer Zeit. Neben vielen Projekten hat er die hier gezeigten Bilder im Buch „The Last Resort“ (Affiliate-Link) veröffentlicht. Die Bilder kann man zudem direkt bei Magnum kaufen.

Hier geht es zur Webseite von Martin Parr: www.martinparr.com

So fotografierte Martin Parr die Serie „The Last Resort“

Ursprünglich fotografierte Martin Parr ausschließlich in Schwarz-Weiß. Fotografien von Peter Mitchell und amerikanische Fotografen wie Joel Meyerowitz und William Eggleston inspirierten ihn dazu, ebenfalls Farbfotos zu erstellen. Für „The Last Resort“ nutzte Parr erstmals eine 6x7cm-Mittelformatkamera (Makina von Plaubel), während er zuvor eine 35-mm-Kleinbildkamera im Einsatz hatte. Das Mittelformat ermöglichte ihm, Bilder mit viel schärferen Details aufzunehmen. Zudem war die Plaubel-Mittelformatkamera leichter und kompakter als die 35-mm-Kamera, die er anfangs verwendete.

Ich denke, das Gewöhnliche ist ein unzureichend ausgeschöpfter Aspekt in unserem Leben, weil es so vertraut ist. – Martin Parr

Schonungsloser und liebevoller Blick

Einen schonungslosen und zugleich subtil liebevollen Blick auf seine Landsleute bietet Martin Parr, der mit Vorliebe die Alltagskultur der Briten dokumentiert. Ich danke Martin Parr für seine Erlaubnis, diese Bilder hier zeigen zu dürfen.

Martin Parr 1

New Brighton. Von „The Last Resort“, 1983-85 © Martin Parr

Martin Parr 2

New Brighton. Von „The Last Resort“, 1983-85 ©Martin Parr

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New Brighton. Von „The Last Resort“, 1983-85 ©Martin Parr

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New Brighton. Von „The Last Resort“, 1983-85 ©Martin Parr

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New Brighton. Von „The Last Resort“, 1983-85 ©Martin Parr

Martin Parr

New Brighton. Von „The Last Resort“, 1983-85 ©Martin Parr

 

Kategorie Fotografie

Die Fotografie ist schon seit über 20 Jahren meine Leidenschaft, der ich mich auch beruflich als Journalist und Fotograf widmen kann. Obwohl ich ein Technik-Geek bin, interessiert mich beim Fotografieren vor allem das Nicht-technische. Denn das Spannende ist, wie man mit Fotos Geschichten erzählen kann.