46 Zitate berühmter Fotografen, die auch Deine Bilder beeinflussen

Fotografiert mit dem Huawei P10In der Münchener U-Bahn. Aufgenommen mit dem Huawei P10 und dem Modus Lichtmalerei

Zitate berühmter Fotografen lassen erahnen, was sie antreibt und was Fotografie für sie bedeutet. Lasse Dich inspirieren und entdecke die ein oder andere Größe der Fotografie.


Die Fotografie ist deshalb so spannend, da sie Technik, Empathie und Kreativität miteinander verbinden. Keines der Elemente kann ohne den anderen auskommen. Technik und Kreativität sind das Yin und Yang, das es für eine Fotografie braucht. Einige der hier zitierten Fotografen haben selber technische Verfahren entwickelt, um Ergebnisse zu erhalten, die ihren Vorstellungen nahe kommen. Dennoch ist die handwerkliche Perfektion bei keinem der Fotografen der alleinige Antrieb. Vielmehr gilt es, die Technik in ein ausgewogenes Gleichgewicht mit dem instinktiven Handeln, der Kreativität und dem Blick für das Motiv zu bringen.

Zitate berühmter Fotografen

Welche Philosophie verbinden die berühmtesten Fotografen mit ihrem Schaffen? Welche Dinge sind ihnen wichtig? Wie haben sie es geschafft, herausragende Fotografien zu erschaffen, die im kollektiven Gedächtnis haften bleiben. Die hier ausgesuchten Zitate geben eine Ahnung davon. Ich sammle und ergänze regelmäßig die Sprüche und Zitate großer Fotografen, die meine Sicht auf die Fotografie prägen. Kennst Du Zitate, die dich inspiriert haben? Schreibe diese gerne als Kommentar.

Andreas Feininger

(1906 – 1999), Sohn des Bauhaus-Künstlers und Malers Lyonel Feininger, war ein Fotograf und Architekt, der vor allem mit seinen Architekturfotos bekannt geworden ist. Er verwenete Fachkameras mit zum Teil selber gebauten Teleobjektiven. -> Buchtipp: Andreas Feiningers große Fotolehre

Die Tatsache, dass eine – im konventionellen Sinn – technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmässig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.

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Bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder unfotogenen Motiven ist es eine Kunst, nicht den Auslöser zu drücken.

Helmut Newton

(1920 – 2004), geboren als Helmut Neustädter, war einer der prägendsten Fotografen. In Australien hat sich der Jüdisch-stämmige Newton nach der Flucht aus Nazi-Deutschland als Fotograf niedergelassen. Dort arbeitete er überwiegend für die australische Voge, bis später weitere Modezeitschriften folgten. In den 1970er-Jahren war Newton einer der teuersten  Mode-Werbe-Porträt– und Aktfotografen der Welt. -> Buchtipp: Helmut Newton. SUMO. Revised by June Newton

Es gibt Bilder, die misslingen. Aber ich mache Fotos nicht, um sie in die Schublade zu tun. Sie sollen gesehen werden. Ob man sie liebt oder nicht, ist mir vollkommen egal.

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Es ist so, dass ich weiße Papierhintergründe nicht mag. Eine Frau lebt nicht vor weißem Papier. Sie lebt auf der Straße, in einem Auto, in einem Hotelzimmer.

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Die ersten 10.000 Fotos sind die schlechtesten.

Anselm Easton Adams

(1902 -1984) war US-amerikanischer Fotograf, Autor  und Lehrer der Fotografie. Bekannt wurde er durch seine Landschaftsaufnahmen. Zudem hat er das Zonen-System entwickelt, ein technisches Verfahren zur Entwicklung von Schwarzweiß-Fotografien. -> Buchtipp: Die neue Ansel Adams Photobibliothek, Das Negativ

An einem Bild sind immer zwei Leute beteiligt: der Fotograf und der Betrachter. Ein Foto wird meistens nur angeschaut, selten schaut man in es hinein.

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Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute.

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Es ist einfach, eine Fotografie zu erstellen. Aber ein Meisterwerk zu erschaffen ist mit der Fotografie schwerer als mit andernen Kunst-Formen.

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Es gibt keine Regeln für gute Fotos, es gibt nur gute Fotos.

Henri Cartier-Bresson

(1908 – 2004) war Mitbegründer der Foto-Agentur Magnum. Der Reportage-Fotograf arbeitete mit einer Kleinbild-Kamera von Leica und legte sehr viel Wert auf eine möglichst perfekte Bildkomposition. Die Nacharbeit seiner Fotos in der Dunkelkammer hat er allerdings seinen Leuten von Magnum überlassen. -> Buchtipp: Meisterwerke: Photographien

Fotografieren heißt den Atem anzuhalten, wenn sich im Augenblick der flüchtigen Wirkung all unsere Fähigkeiten vereinigen. Kopf, Auge und Herz müssen dabei auf einer Linie gebracht werden. Fotografieren, das ist eine Art zu schreien, nicht aber, seine Originalität unter Beweis zu stellen. Es ist eine Art zu leben.

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Es ist eine Illusion, dass Fotos mit der Kamera gemacht werden… sie werden mit dem Auge, dem Herz und dem Kopf gemacht.

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Der schöpferische Akt dauert nur einen kurzen Moment, einen blitzschnellen Augenblick des Gebens und Nehmens. Gerade lang genug, um die Kamera auszurichten und die flüchtige Beute in Ihrer kleinen Box einzufangen.

 

Man Ray

eigentlich Emmanuel Rudnitzky (1890 – 1976) war US-amerikanischer Fotograf, Regisseur und Künstler. Prägend war er unter anderem  für den Dadaismus und Surrealismus Anfang des 20sten Jahrhunderts. Berühmt sind seine Portrait-Fotos von Künstlern aus Paris der 1920er-Jahre. -> Buchtipp: Man Ray, Das photographische Werk

Ich verabscheue diejenigen, die die technische Fertigkeit in meinem Werk bewundern. Eine gewisse Verachtung für das Material, das verwendet wurde, um eine Idee auszudrücken, ist für die reinste Verwirklichung der Idee unerlässlich.

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Ich lasse mich nicht von der Größe der Kamera diktieren. Ich benutze alles von 8 x 10 bis 35 mm. Aber ich benutze nicht diese modernen Kameras, die ständig ausfallen!

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Ist Fotografie eine Kunst? Es hat keinen Sinn, herausfinden zu wollen, ob sie eine Kunst ist. Kunst ist altmodisch. Wir brauchen etwas anderes.

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Hätte ich den Mut dazu gehabt, wäre ich ein Dieb oder Gangster geworden. Aber da ich den nicht hatte, wurde ich Fotograf.

 

 Annie Leibovitz

(1949) die US-Amerikanerin zählt zu den bekanntesten Fotografen der Gegenwart. Bekannt ist sie für ihre aufwändigen Portraits von US-Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, beispielweise des nackten John Lennon in Umarmung mit Yoko Ono oder die damals hochschwangere Demi Moore. Im Jahr 2009 entging sie knapp einer Pleite, nachdem Sie von der Firma Art Capital Group auf Vertragsbruch verklagt wurde. -> Buchtipp, für echte Liebhaber: Photographs Annie Leibovitz 1970-1990

Auf meinen Bildern lächelt kaum jemand. Ich bitte nie jemanden zu lächeln. Fast nie. Vielleicht habe ich manchmal das Gefühl, jemanden darum bitten zu müssen, wenn er oder sie zu Tode betrübt aussieht, aber dann entschuldige ich mich immer. Fast kann man den Seufzer der Erleichterung hören, wenn man dem Portraitierten sagt, er brauche nicht zu lächeln.

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Was Sie auf meinen Bildern sehen, ist, dass ich keine Angst hatte, mich in diese Menschen zu verlieben.

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Menschen kaufen Ideen, sie kaufen keine Fotos.

 Andreas Gursky

(1955) der Düsseldorfer ist einer der weltweit erfolgreichsten Kunstfotografen. Sein Werk «Rhein II» brachte bei einer Auktion knapp 3,2 Millionen Euro und ist somit die zweitteuerste Fotografie der Welt (Das teuerste kommt von Peter Likom). Bekannt ist Gursky durch seine extrem großformatigen Bilder und den Punk-Fans durch sein Cover-Bild für das Tote-Hosen-Album «Reich & Sexy II» -> Buchtipp

Was mich schlussendlich interessiert, ist nicht, Wirklichkeit zu erfinden, sondern die Wirklichkeit an sich. Sie hervorzuheben, zu akzentuieren erscheint mir dabei legitim. Ich versuche dabei, kein Bild so aussehen zu lassen, als sei es bearbeitet worden (…) und doch war nichts so, wie es hier erscheint. Diese Bilder sind vollkommen künstlich.

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Seit der Digitalisierung des fotografischen Mediums ist eine feste Definition des Begriffs Fotografie unmöglich geworden.

Robert Doisneau

(1912 – 1994) war ein französischer Reportage-Fotograf, heute würde man ihn als Street-Fotograf bezeichnen. Er schoss dabei insgesamt rund 350.000 Bilder. Sein berühmtestes ist ein küssendes Pärchen vor dem Pariser Rathaus aus dem Jahr 1950. Dieses Bild wird sogar als das berühmteste Foto der Welt angesehen. Ferner portraitierte er Persönichkeiten wie  Pablo Picasso oder  Orson Welles. -> Buchtipp: Robert Doisneau

Ich mag Menschen für ihre Schwächen und Fehler. Ich komme mit einfachen Menschen gut zurecht. Wir reden. Wir fangen mit dem Wetter an und Stück für Stück wechseln wir zu den wichtigen Dingen. Wenn ich sie fotografiere, ist es nicht, als würde ich sie wie ein kalter Wissenschaftler mit der Lupe untersuchen. Es ist sehr brüderlich. Und es ist doch wirklich besser, die Personen hervorzuheben, die ansonsten nicht im Rampenlicht stehen.

und

Ein Fotograf, der ein Bild aus einem wunderbaren Moment, einer zufälligen Pose von jemandem oder einer schönen Landschaft aufgenommen hat, ist der Entdecker eines Schatzes.

Robert Capa

(1913 -1954) Endre Ernő Friedmann, so Capas eigentlicher Name, wurde vor allem als Kriegsreporter bekannt. Sein berühmtestes Zitat kostete ihm wohl auch das Leben: Er starb bei einer Reportage des Indochina-Kriegs, als er auf eine Landmine trat. Er war Mitbegründer der Fotoagentur Magnum. Sein wohl bekanntestes Bild ist das eines tödlich getroffenen  fallenden republikanischen Soldaten aus dem Jahr 1936.-> Buchtipp: Robert Capa: Die Sammlung

Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.

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Die Bilder sind da, Du nimmst sie einfach auf.

 William Eggleston

(1939) ist ein auf Baumwollfeldern aufgewachsener US-amerikanischer Fotograf, der als Wegbereiter der künstlerischen Werbefotografie gilt. Seine Handschrift sind unaufgeregte, schlichte Motive, die an den Maler Edward Hopper erinnern. Die Ausstellung Photographs by William Eggleston von 1976 war der Grundstein seines Ruhms. -> Buchtipp: William Egglestons guide

Ich bin gern unter Menschen, wenn ich fotografiere. Am liebsten ist es mir, wenn sie etwas zu tun haben, das nichts mit mir zu tun hat. Und ich bin ein Gast, der still vor sich hin arbeitet.

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Ich habe diese Vorstellung von einer, wie ich es nannte, demokratischen Sichtweise, dass nichts mehr oder weniger wichtig sei.

und

Ich habe nicht den brennenden Wunsch, hinauszugehen und etwas zu dokumentieren. Es passiert einfach, wenn es passiert. Es ist weder eine bewusste Anstrengung, noch ist es ein Kampf. Ich würde es nicht tun, wenn es so wäre. Die Idee des leidenden Künstlers hat mich nie gereizt. Hier zu sein, ist Leiden genug.

und

Ich betrachte die Fotos anderer Leute eigentlich überhaupt nicht. Es braucht genug Zeit, um meine eigenen Fotos anzuschauen.

Karl Lagerfeld

(1933 – 2019) war der wohl bekannteste und einflussreichste Modeschöpfer, eine Ikone für Stil und Eleganz. Außer als Modeschöpfer war der ewig Schaffende und  unter anderem auch als Fotograf tätig, der beispielsweise Chanel-Kampagnen fotografierte.

Was ich an Fotos mag, ist, dass sie einen Moment festhalten, der für immer weg ist und den man unmöglich reproduzieren kann.

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Ich mag keine Standard-Schönheit. Es gibt keine Schönheit ohne Fremdheit.

Ruth Bernhard

(1905 – 2006) war eine US-amerikanische Fotografin deutscher Herkunft. Die Tochter des bekannten Plakatmalers Lucian Bernhard (ein Vertreter der neuen Sachlichkeit) wanderte 1927 nach ihrem Studium an der Berliner Kunsthochschule nach New York aus. Nach einigen Stationen eröffnete sie in Hollywood ihr eigenes Fotostudio. Bei ihren Fotografien konzentrierte sie sich auf die künstlerische Darstellung von Stillleben und Kindern. Ab den 1950er-Jahren widmete sie sich der Aktfotografie, lange bevor diese gesellschaftlich akzeptiert war.

Wenn man nicht bereit ist, mehr zu sehen als sichtbar ist, wird man nichts sehen.

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Wenn man einer Idee nicht leidenschaftlich ergeben ist, kann man sehr angenehme Bilder machen, aber sie bringen einen nicht zum Weinen.

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Licht ist meine Inspiration, meine Farbe und mein Pinsel. Es ist so wichtig wie das Motiv selbst. Zutiefst bedeutsam, es umschmeichelt die wesentlichen Kurven und Linien. Licht erkenne ich als die Energie an, von der alles Leben auf diesem Planeten abhängt.

Martin Parr

(1952) ist Britischer Fotograf, der als Chronist seines Landes gilt. Er ist Mitglied der Agentur Magnum Photos, dessen Präsident er zeitweise war. Parr dokumentiert alltägliche Szenen und provoziert mit seiner Art, Klischees und Geschmackloses darzustellen (siehe mein Blog-Beitrag, ich durfte einige seiner Bilder zeigen). Seine Bilder sind meist mit sehr starker Sättigung und Farbigkeit. Buchtipp: The last Ressort (eines meiner Lieblingsbücher)

Die Fotografie ist von Natur aus ausbeuterisch. Es kommt darauf an, ob man dieses Verfahren mit Verantwortungsbewusstsein einsetzt oder nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich das tue. Mein Gewissen ist rein.

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Modebilder zeigen Menschen, die glamourös aussehen. Reisebilder zeigen einen Ort von seiner besten Seite, was nichts mit der Realität zu tun hat. Auf den Kochseiten sieht das Essen immer toll aus, nicht wahr? Die meisten Bilder, die wir konsumieren, sind Propaganda.

und

Die Fotografie ist die einfachste Sache der Welt, aber es ist unglaublich kompliziert, sie wirklich zum Funktionieren zu bringen.

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Saul Leiter

(1923 – 2013) entfloh seinem streng jüdisch-orthodoxen Elternhaus und wurde Fotograf und Maler. Seit 1946 fotografierte er in Farbe und war somit einer der ersten, die das Straßenleben New Yorks auf Farbfotografien festhielt. Typisch für seine Bilder sind oft einzelne Personen als zentrales Motiv, die umringt von Straßenverkehr, Schaufenster oder weiteren Passanten sind. So entstehen poetische Bilder, auf denen sich die Fotografie mit der Malerei vereinigt.

Ich mag die Zen-Künstler: Sie arbeiteten etwas, und pausieren für eine Weile.

oder

Ein mit Regentropfen bedecktes Fenster interessiert mich mehr als die Fotografie einer berühmten Person.

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Mein Vater dachte, dass das Fotografieren von Untermenschen gemacht werden.

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Beim Fotografieren geht es darum, Dinge zu finden. Malerei ist anders – da geht es darum, etwas zu schaffen.

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Ich nehme Fotografien in meiner Nachbarschaft auf. Ich glaube, dass wunderbare Dinge an bekannten Orten passieren. Wir müssen nicht immer ans andere Ende der Welt rennen.

Sebastião Salgado

Als erster Fotograf erhielt der Brasilianer Sebastião Salgado 2019 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (hier ein guter Artikel von Zeit Online) . Der Fotograf und Umweltaktivist macht mit seinen Schwarzweißfotos vor allem auf die Situation von Menschen in Drittewelt-Ländern aufmerksam. Buchtipps: Mein Land, unsere Erde: Autobiografie, GENESIS,

Ich bin kein Künstler. Ein Künstler macht einen Gegenstand. Ich, das ist kein Objekt, ich arbeite in der Geschichte, ich bin ein Geschichtenerzähler.

und

Das Bild wird nicht vom Fotografen gemacht. Das Bild ist mehr oder weniger gut in Abhängigkeit von der Beziehung, die Sie zu den Menschen haben, die Sie fotografieren.

und

Wenn Sie ein Bild von einem Menschen machen, das ihn nicht ehrenhaft macht, gibt es keinen Grund, dieses Bild zu machen. Das ist meine Art, die Dinge zu sehen.

und

Ich glaube nicht, dass eine Person einen Stil hat. Was Menschen haben, ist eine Art und Weise, das zu fotografieren, was in ihnen steckt. Was da ist, kommt heraus.