Spiegellose Systemkamera Fujifilm GFX100S mit Mittelformat-Sensor

FUJIFILM GFX100SFUJIFILM GFX100S ©Fujifilm

Fujifilm stellt mit der GFX100S seine vierte Kamera der spiegellosen Systemkamera-Serie GFX vor. Das Besondere dieser Serie stellt der Bildsensor dar, der 1,7-mal größer im Vergleich zu einem Vollformat-Sensor ist.

Die Bezeichnung „Vollformat“ ist wohl einem klugen Marketing-Menschen eingefallen. Denn „Vollformat“ hat sich als umgangssprachlich für das Kleinbildformat etabliert und bezeichnet einen Bildsensor mit den Maßen 36 x 24 Millimeter. Nikon beispielsweise vermeidet es, von Vollformat zu sprechen und nennt seine Kameras mit Kleinbildformat stattdessen FX. Nun gibt es aber auch Kameras, die großflächigere Bildsensoren nutzen. Dazu gehören die Kameras der GFX-Serie von Fujifilm, die 2017 eingeführt wurde. Die Bildsensoren der GFX-Serie messen 43,8 mm × 32,9 Millimeter und sind etwa 1,7-mal größer als das Kleinbild-Format. Daraus ergibt sich ein Crop-Faktor von 0,79, eine Brennweite an einer Vollformat-Kamera von 35 mm entspricht an einer GFX-Kamera in etwa 28 mm.

Die neue Fujifilm GFX100S ist die vierte spiegellose Systemkamera des GFX Systems – und klar, laut Fujifilm auch die fortschrittlichste. Die Fujifilm GFX100S basiert auf der Fujifilm GFX100. Sie ist eine kompakten, leichten Digitalkamera mit großformatigem Sensor. Dank ihrer handlichen Maße lässt sich die GFX100S auch in Situationen eingesetzt werden, die ansonsten Kameras mit kleineren Sensoren vorbehalten sind. Die GFX100S wiegt 900 Gramm und ist etwa so groß wie eine herkömmliche Vollformatkamera. Doch sie nutzt einen großformatigen 102-Megapixel-Sensor, eine integrierte Fünf-Achsen-Bildstabilisierung (6,0 EV-Stufen) sowie einen schnellen und präzisen Autofokus, so Fujifilm, und die Fujifilm Farbtechnologie.

Ab Ende Februar ist die Fujifilm GFX100S für 5.999 Euro (UVP) erhältlich. Vorbestellen kann man sie bereits jetzt, beispielsweise bei Calumet (Werbelink).

Fujifilm GFX100S Mittelformat Kamera Livestyle-Bild Mann mit Kamera in der Hand

Die Fujifilm GFX100S ist eine handliche Mittelformat-Kamera für unterwegs @Fujifilm

Die Fujifilm GFX100S ist gebaut als Mittelformat für unterwegs

Mit 900 Gramm ist die Fujifilm GFX100S eine leichte digitale Mittelformat-Kamera. Sie misst 15 cm x 10,4 cm x 8,7 cm und ist somit vergleichbar mit der Größe vieler Kleinbildkameras. Möglich wurden die kompakten Abmessungen durch die neue IBIS-Einheit, einen überarbeiteten Verschlussmechanismus sowie einen kleineren, aber leistungs­fähigen Lithium-Ionen-Akku. Im direkten Vergleich mit der GFX100 fällt die neue GFX100S etwa 6 cm kleiner und 500 g leichter aus. Der Handgriff soll eine optimal ausbalancierte Handhabung und die ermüdungsfreie Bedienung der Kamera auch bei langandauernden Einsätzen ermöglichen. Die GFX100S ist gegen Spritzwasser und Staub geschützt und kann bei niedrigen Temperaturen bis minus zehn Grad Celsius eingesetzt werden. Das robuste Magnesiumgehäuse ist rund um den Bajonettanschluss zusätzlich verstärkt, möchte man schwerere Objektive nutzen.

Fujifilm GFX100S Mittelformat Kamera

Fujifilm GFX100S Mittelformat Kamera von Oben mit kleinem Display, das Kameraeinstellungen zeigt ©Fujifilm

Bedienung wie gewohnt

Die Bedienelemente der GFX100S sollen Neueinsteigern und erfahrenen Anwendern des GFX Systems gleichermaßen vertraut sein. So bietet das große Einstellrad auf der Oberseite neben den allgemein vertrauten Belichtungsmodi (PASM) sechs benutzerdefinierte Profile, über die man direkt häufig genutzte Einstellungen wählen kann. Die Kamera nutzt ein 3,2 Zoll großes Touch-Display mit 2,36 Millionen Bildpunkten. Das Display lässt sich um 90 Grad nach oben, 45 Grad nach unten und 60 Grad nach rechts schwenken. Ein kleineres 1,8-Zoll-Display auf der Oberseite des Gehäuses zeigt zudem auf einen Blick die Kameraeinstellungen wie etwa Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert und Belichtungskorrektur an.

Fujifilm GFX100S Mittelformat Kamera

Das Touchscreen auf der Rückseite lässt sich drehen und schwenken @Fujifilm

Die Anschlüsse der Fujifilm GFX100S Mittelformat Kamera an beiden Seiten

Die Anschlüsse der Fujifilm GFX100S Mittelformat Kamera an beiden Seiten @Fujifilm

Die wichtigsten technischen Daten der FUJIFILM GFX100S
– 102 Megapixel Sensor mit großformatiger Diagonale (55 mm)
– X-Prozessor 4
– Integrierte Fünf-Achsen-Bildstabilisierung
– Klappbarer 3,2 Zoll Touchscreen
– Zusatzdisplay zur Einblendung von Aufnahmeinformationen
– Schneller Autofokus bis -5,5 EV
– Professionelle Videoaufnahme in 4K/30p (inkl. F-Log)
– Wi-Fi-Konnektivität und Fernsteuerung per Smartphone
– 19 Filmsimulationsmodi (inkl. “Nostalgisches Negativ”)
– Kompaktes Gehäuse, 900 Gramm leicht

Über 100 Megapixel

Der rückwärtig belichtete 102-Megapixel-Bildsensor der Fujifilm GFX100S ist etwa 1,7-mal größer als ein herkömmlicher Kleinbildsensor („Vollformat“). Das ermöglicht eine geringere Schärfentiefe und eine exakte Trennung von Schärfe und Unschärfe. Die Kamera bietet laut Fujifilm einen eindrucksvollen Dynamikumfang – doch über wieviel Blendenstufen dieser reicht, habe ich nicht erfahren. Die Farbwiedergabe soll präzise sein und der großflächige Bildsensor kann seine Stärke in den High-ISO-Fähigkeiten ausspielen.

Schneller Autofokus auch bei wenig Licht von -5,5 EV

Auf fast der gesamten Fläche des Bildsensors sind insgesamt 3,67 Millionen Phasen-AF-Pixel verteilt. Anders als herkömmliche Mittelformatkameras verfügt die GFX100S daher über eine leistungsfähige automatische Fokussierung und stellt selbst bei geringer Helligkeit von -5,5 EV bis zu 0,18 Sekunden schnell auf das Motiv scharf. Bei sich bewegenden Motiven ermöglichen der X-Prozessor 4 und ein neuer AF-Algorithmus einen präzisen Verfolgungs-AF mit intelligenter Gesichts- und Augenerkennung.
Zusätzlich nutzt die GFX100S ein weiterentwickeltes Bildstabilisierungssystem (IBIS) mit fünf Achsen. So sollen Freihand-Aufnahmen mit ultra-hochauflösenden Kameras wesentlich einfacher gelingen. Im Vergleich zur GFX100 ist die IBIS-Einheit der GFX100S rund 20 Prozent kleiner und 10 Prozent leichter. Trotz seiner geringeren Baugröße erreicht er eine Kompensation von 6 EV-Stufen gemäß CIPA-Standard. Gegenüber der GFX100 stellt dies eine Verbesserung um 0,5 EV-Stufen dar.

4K-Videos im Mittelformat-Look

Videos kann die Kamera bis zu 4K bei 30p aufnehmen und mit 400 M/Bit im 10 Bit 4:2:0 F-Log-Format direkt auf der Speicherkarte oder als 12 Bit 4:2:2 ProRes RAW via HDMI auf einem externen Rekorder speichern. Der digitale Mittelformatsensor ermöglicht dabei einen Cinema-Look mit ultra-flacher Schärfentiefe. Videos können im klassischen Breitbildformat (16:9) oder im Kino-reifen DCI-Format (17:9) erstellt werden. Werden Videodaten via HDMI direkt auf einem Atomos Ninja V Monitor-Rekorder gespeichert, lassen sie sich im ProRes RAW-Datenformat ausgegeben.

Handgriff MHG-GFX S als optionales Zubehör

Als Zubehör bietet Fujifilm für 149 Euro den aus Metall gefertigten Handgriff MHG-GFX S an. Er verbessert die Handhabung der Kamera insbesondere dann, wenn man große Objektive verwendet. Die Bodenplatte verfügt über ein Profil für Arca-Swiss-kompatible Schnellkupplungen. Wie die Kamera GFX100S soll auch der passende Handgriff Ende Februar 2021 erhältlich sein.

 

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